Das war die Österreichische Sekt-Gala

Achten Sie auf die Banderole!

Montagnachmittag und alle wollen österreichischen Sekt! Dieses erfreuliche Bild vermittelte der große Besucheransturm auf der diesjährigen Sektgala. Besonderes Objekt der Begierde der rund 1.500 Besucher war Sekt g.U. Große Reserve – die höchste Stufe der österreichischen Qualitätspyramide, welche erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Den optischen Hinweis für Sekt g.U. bietet die rot-weiß-rote Banderole als Garantie für „geschützten Ursprung und geprüfte Qualität“.
 
Mehr als 30 namhafte Sektproduzenten kamen angereist, um bei der Sektgala in der Österreichischen Nationalbibliothek ihre besten prickelnden Schätze zu präsentieren. Mit Sekt g.U. Große Reserve sind die österreichischen Sekthersteller nun bereit, den internationalen Schaumwein-Größen wie Champagner, Franciacorta oder Cava auch in der qualitativen Top-Liga auf Augenhöhe zu begegnen. Entsprechend streng sind die Vorgaben. So dürfen beispielsweise die Trauben ausschließlich aus einer Gemeinde kommen, müssen durch Handlese geerntet werden und mit 50 Prozent Saftausbeute ist nur das Herzstück einer schonenden Pressung für die weitere Verarbeitung zugelassen. Außerdem ist die Dosage auf maximal zwölf Gramm pro Liter (brut sowie extra brut/brut nature) festgelegt, erlaubt hingegen ist eine Lagenbezeichnung.

Die rot-weiß-rote Banderole auf einer Sektflasche gibt den Hinweis für Sekt g.U. als Garantie für „geschützten Ursprung und geprüfte Qualität.“ © Bernhard Schramm

Was bedeutet „Klassik“ und „Reserve“?

Und was kann man sich unter den beiden weiteren Kategorien der österreichischen Qualitätspyramide für Sekt vorstellen? Die Basiskategorie ‒Sekt g.U. Klassik ‒garantiert vor allem die österreichische Herkunft der Trauben und Grundweine aus einem geschützten Ursprungsgebiet, eine Mindestlagerzeit des Sekts auf der Hefe von neun Monaten sowie die staatlich geprüfte Qualität. Ab der zweiten Stufe  – Sekt g.U. Reserve – sind ausschließlich Sekte zugelassen, die nach der traditionellen Methode (Flaschengärung) hergestellt wurden. Die Trauben und Grundweine müssen hier aus einem generischen Weinbaugebiet (Bundesland) stammen und von Hand gelesen werden. Zudem ist eine Reifezeit auf der Hefe von mindestens 18 Monaten vorgeschrieben und für den Verkauf sind sie 24 Monaten nach der Ernte zugelassen.
 
Unterstützung erwünscht
Nach jahrelanger Vorarbeit verfügt Österreich mit der dreistufigen Qualitätspyramide nun über ein genaues Regelwerk für Sekt und hervorragende Produkte in allen Kategorien. Im Zuge dieser Bemühungen in den vergangenen zehn Jahren hat die österreichische Sektlandschaft enorm an Diversität zugenommen. Österreichischer Sekt erfreut sich bei den Konsumenten größerer Beliebtheit denn je. Während der Pressekonferenz anlässlich der Österreichischen Sektgala äußerten die Sprecher auf dem Paneel Mag. Benedikt Zacherl, Geschäftsführer des Sektkomitees, Herbert Jagersberger, Vorsitzender Österreichisches Sektkomitee, Mag. Willi Klinger, Geschäftsführer Österreich Wein Marketing sowie Michael Malat, Vorsitzender des Winzerausschusses, vor allem zwei Wünsche: Bewusstsein dafür, dass der Zusatz „g.U.“ (geschützter Ursprung) und die rot-weiß-rote Banderole auf einer Sektflasche klare Transparenz über Herkunft und Herstellung eines österreichischen Sekts bieten und damit eine bessere Orientierung ermöglicht. Ebenso wünscht man sich von den Marktteilnehmern im Handel und in der Gastronomie, die heimischen Sekthersteller durch einen entsprechenden Fokus in ihrem Schaumweinangebot zu unterstützen. Das Österreichische Sektkomitee hat sich zum Ziel gesetzt, den Marktanteil von österreichischem Sekt von 30 Prozent mittelfristig auf 50 Prozent zu erhöhen. Österreichischer Wein verzeichnet beispielsweise in der Gastronomie einen Marktanteil von über 85 Prozent – hier bleibt für österreichischen Sekt also noch einiges zu tun.

(v.l.n.r.) Mag. Benedikt Zacherl, GF des Sektkomitees, Michael Malat, Vorsitzender des Winzerausschusses, Mag. Willi Klinger, GF Österreich Wein Marketing sowie Herbert Jagersberger, Vorsitzender Österreichisches Sektkomitee wünschen sich Unterstützung von den Marktteilnehmern im Handel und in der Gastronomie.
© Bernhard Schramm


Ein neuer Botschafter für den österreichischen Sekt
Österreichischer Sekt hat einen neuen Botschafter: Karl Hohenlohe, Herausgeber des Gault&Millau, wurde im Rahmen der Österreichischen Sektgala in einer feierlichen Zeremonie in sein neues Ehrenamt eingeführt. Er ergänzt damit Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, und Dr. Ferdinand Maier, welcher sich seit vielen Jahren als Obmann des Kuratoriums Kulinarisches Erbe Österreich für den guten und nachhaltigen kulinarischen Geschmack engagiert. Gemeinsam bat das neu formierte Botschafter-Trio rund 50 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Tourismus und Kulinarik zu einem Empfang, um die Kunde von der herausragenden Entwicklung des heimischen Sekts unter weiteren Multiplikatoren zu verbreiten. Unter den geladenen Gäste fanden sich unter anderem Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek; Elisabeth Gürtler, Sacher Betriebe und Spanische Hofreitschule; VieVinum-Organisatorin Alexandra Graski-Hoffmann, die Haubenköche Konstantin Fillippou und Toni Mörwald, Kulturmanager Daniel Serafin, ORF-Korrespondent Roland Androwitzer, Schlumberger Vorstand Arno Lippert, das Ehepaar Kattus-Polsterer von der gleichnamigen Sektkellerei sowie die Winzer Michael Malat, Karl Steininger und Hannes Harkamp.
 
Karl Hohenlohe, Herausgeber des Gault&Millau, zu seiner neuen Aufgabe als österreichischer Sektbotschafter: „Wir von Gault&Millau wünschen uns neben gesteigerter Qualität auch ein gesteigertes Bewusstsein für Lebensmittel. Die Initiativen des österreichischen Sektkomitees der vergangenen Jahre bringen dies auf den Punkt oder besser in die Pyramide. Eine Bewertung wie auch eine Bewerbung von gehobener österreichischer Sektkultur in der Gastronomie ist denkbar und wünschenswert.“

Im Rahmen der Österreichischen Sektgala 2018 wurde Karl Hohenlohe, Herausgeber des Gault&Millau, in sein neues Ehrenamt als Sektbotschafter eingeführt. (v.l.n.r.): Mag. Benedikt Zacherl, GF Österreichisches Sektkomitee; Karl Hohenlohe, Herausgeber des Gault&Millau; Dr. Petra Stolba, GF Österreich Werbung; Dr. Ferdinand Maier, Kuratorium  Kulinarisches Erbe Österreich. © Bernhard Schramm