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Presse

Mensch, Passion, Sehnsucht

Das Leben ist ein ewiger Kampf, das Ringen um die Kunst meistens auch. Erst recht, wenn sich die Grenzen zwischen Leben und Kunst auflösen, wie in den legendären Performances von Marina Abramovic und Ulay. Wir erleben bronzene Menschen und Gliedmaßen die sich mutig gegen das Unvermeidliche erheben und kampfbereite Farbgesten von Arnulf Rainer. Die einen Kratzen humorvoll an der Oberfläche, um in die Tiefe zu kommen, während andere melancholisch unerfüllbaren Sehnsüchten nachhängen.

Mario Mauroner Contemporary Art

Marina Abramovic und Ulay (Frank Uwe Laysiepen) arbeiteten und lebten von 1976 bis 1988 zusammen. In ihren Performances und Aktionen erhoben sie sich selbst zum Thema und erkundeten dabei physische und psychische Grenzen sowie die geschlechtsspezifische Rollenverteilung. Dabei verwischte sich die Grenze zwischen Kunst und Leben, und nicht selten gehörte es zu ihrem künstlerischen Konzept, sich realen Gefahren auszusetzen.

Die historisch bedeutende Arbeit, das Triptychon „Anima Mundi“ aus 1982-83, das Mario Mauroner Contemporary Art ausstellt, zeigt Interaktionen des Paares, die an verschiedenen Orten stattfanden und auch in Farbfotografien dokumentiert wurden. So treten die beiden beispielsweise hintereinanderliegend (er rot, sie weiß gekleidet), stehend in Tanzpose wie hier in „Standing“ (er rot, sie schwarz gekleidet) oder auch als Pietà (sie rot, er weiß gekleidet) auf.

FIVE PLUS Art Gallery

Ion Mandrescu wurde 1954 in Suceava (Rumänien) geboren und studierte am Institut der bildenden Künste „Nicolae Grigorescu“ in Bukarest. Seine Serie „Mensch, Zeit, Raum“ ist eine tiefe Meditation über den menschlichen Zustand. In seinen Bronzearbeiten zeigt er, dass die Menschen nicht in einer Sphäre oder einem Kreis gefangen sind, sondern ihr eigenes Schicksal bestimmen können. Er verwandelt verblüffend realistische Gliedmassenstudien in kraftvolle monumentale Skulpturen. So auch in „Eternity“, 2013, Bronze, 40 x 44 cm, ein Unikat, das bei FIVE PLUS Art Gallery zu entdecken ist. Die Botschaft die Mandrescus in seinen Werken ausdrücken möchte ist eine optimistische: Akzeptiere das Unvermeidliche mit Mut.

artdepot Gallery

„Meine Fotografien sind Beobachtungen, schildern jedoch das Dargestellte nicht als eine Art Dokumentation der Wirklichkeit, sondern versuchen in die Vorstellungswelt dahinter vorzudringen“, meint Erich Hörtnagl. Die Natur, so wie er sie in seinen fotografischen Arbeiten, wie etwa in „Seerosen 9 (mit rot)“, 2019, Mixed Media, 80 x 42 cm, sieht, wirkt unheimlich, seltsam mitgenommen, manipuliert und ramponiert.

Erich Hörtnagl ist als Theater- und Filmregisseur sowie Filmproduzent europaweit tätig, lebt in Schweden und in Tirol. Parallel dazu arbeitet er auch als Fotograf, Grafiker und Bildhauer. Auf der ART VIENNA wird er von der artdepot Gallery aus Innsbruck vertreten.

KUNSTHANDEL GIESE & SCHWEIGER

„Kampf“ ist der Titel eines Gemäldes von Arnulf Rainer aus der Zeit um 1981/82, Öl auf Karton auf Holzfaserplatte, 51 x 73 cm. Kunsthandel Giese & Schweiger nimmt das Werk nach Schönbrunn mit. Eine kraftvolle, große Farbgeste in Gelb überlagert darauf dünner und dynamisch zirkulierende Malspuren. „Ich wusste nicht wozu, wohin, wie lange, als ich 1952 begann, über eigene Bilder zu malen. Erst langsam, im Laufe der Jahre, entwickelten sich geschlossene schwarze Flächen oder Strichbündel, in denen ich mich selber erkannte, eintauchte und repräsentierte", schriebt Rainer 1973. Rainer versuchte dabei den Bildern zurückzugeben, was sie seiner Meinung nach Verloren hatten: Das Geheimnis. Er sieht diesen künstlerischen Akt auch nicht als „Zerstörung“, sondern als den Versuch einer „Vervollkommnung“.
 

NEUE KUNST GALLERY

Das saftig fettige Schnitzel mag noch schwer im Magen liegen, aber die rotweißrotkarierte Serviette hebt sich trotzdem ganz leicht in die Lüfte. Denn der deutsche Künstler Markus Brenner hat sie für „Gleiter Serviette“, 2021, 80 x 150 cm, Direktdruck auf Aluminium, zum Papierflieger gefaltet – und lässt sie fliegen. Markus Brenner mag es gerne paradox, überrascht und irritiert mit Humor. Er hüllt schon einmal Fische in Haute-Couture-Stoffe, macht Champagnerflaschen zur Luxuskanone oder hängt sie mit goldener Kanüle in den Infusionsständer. Sein Motto: „Vielleicht muss man ja lustvoll die Oberfläche feiern, um etwas über die Tiefe zu erfahren?“

SUPPAN

Helle Räume, freie Blicke und Wände aus Glas prägen das repräsentative Bauen seit dem Beginn der Moderne. Denesh Ghyczys sanfte Ölmalerei, wie das Gemälde „Silence“, 2022, Öl, Acryl auf Leinwand, 170 x 200 cm, bei der Galerie Suppan, spürt äußerlich beinahe impressionistisch diesem Licht nach, das inszenatorisch effektvoll auf die Böden und Wände repräsentativer Innenräume fällt. Figuren stehen inmitten dieser lichtdurchfluteten Interieurs, oft beinahe so maßstabsklein wie Caspar David Friedrich sie in seine „weltbeseelten“ Landschaften setzte. Die Arbeiten des zeitgenössischen Malers verweisen wie Friedrichs Ikonen der Romantik auf die tragisch unerfüllbare Sehnsucht nach einer Vereinigung aller Gegensätze.

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