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Das Leder ist rund, die Kunst bunt

Farbenfrohe Lebensfreude, poppige Heiterkeit und hinterlistige Comic-Lust: Die Kunst darf durchaus salopp, aber stringent Themen und Dinge zeigen und spürbar werden lassen. Alles ist möglich: Hinter scheinbar Heiterem droht Unheimliches, und Monströses wird plötzlich liebenswert.

Heute stellen wir diese Galerien vor:

Kún Kelemen Fine Arts

„Eh...What's up, doc?“ lautet der Slogan des berühmtesten Zeichentrick-Hasen Bugs Bunny. Ein schlauer und hinterlistiger Zeitgenosse, der in seiner schnoddrigen Art alle hinters Licht führt. Doch er bleibt dabei cool. So cool, wie ihn Sam Havadtoy als “Bugs Bunny in Buddha position“, in Bronze, Acryl und Goldstaub, 2018 als 62 Zentimeter große Statue verewigt hat (Kún Kelemen Fine Arts). Havadtoy ließ auch schon Goofy am Trapez schwingen und andere Comic-Berühmtheiten eine poppige Statur einnehmen lassen. Immerhin war der 1952 in London als Sohn einer ungarischen Familie geborene Künstler mit Pop-Größen wie Yoko Ono, John Lennon, David Bowie, Andy Warhol, Keith Haring, George Condo und Donald Baechler eng befreundet.

Galerie Heimo Bachlechner

„Ich will der Welt kein politisches Statement geben. Mir geht es um Ästhetik“, meint Mario Dalpra und die Galerie Heimo Bachlechner aus Graz untermauert dieses Statement mit einigen seiner biomorphen Skulpturen, die beim Betrachter durchaus beste Laune verbreiten können. So auch “The Optimist“, ein aus patinierter Bronze hergestelltes Unikat, das ein wenig an ein zu groß gewordenes Virus erinnert. Das Credo des in Feldkirch geborenen, in Wien und Indien lebende Dalpra lautet: „Die Freiheit der Kunst, dem Betrachter ohne Zwang der Konzeption und Installation ein reines individuelles und kollektives Kunsterlebnis zu ermöglichen, das losgelöst von der Diktion des Kunstmarktes und einer kunstwissenschaftlichen Interpretation ist.“

Kunsthandel Stock

Ein Monster muss nicht böse sein. Vor allem nicht, wenn es so hinreißend von Niki de Saint-Phalle erfunden wurde, wie jenes in einer Farblithographie von 1995. Grummelig und harmlos sitzt „Le monstre“ jetzt bei Kunsthandel Stock und wird fröhlich von kleinen Menschlein, die keine Angst zu haben scheinen, umarmt, geknuddelt und bekrabbelt. Wen wundert’s, hält das Monster doch selbst ein paar bunte Luftballons in seiner Pranke. „Ich war eine zornige junge Frau“ und „ich wurde Künstlerin, weil es für mich keine Alternative gab“, meinte Niki de Saint-Phalle einmal und kam zu dem Punkt: „Ich umarmte die Kunst als Erlösung und Notwendigkeit.“

Galerie Ursula Stross

„Comics halte ich für ganz große und bedeutende Kunst“, sagt Gottfried Helnwein und liebt dabei vor allem die Bewohner von Disneys Entenhausen, die er in verschiedenen Werkphasen immer wieder in seiner Kunst auftauchen lässt. Es ist auch eine Reminiszenz an seine Kindheit, in der ihm das bunte Leben von Mickey Mouse und Donald Duck eine befreiende Gegenwelt zum tristen Nachkriegsösterreich war. Doch ganz so harmlos ist die Welt der Comics bei Helnwein nicht. Seine “Magenta Mouse“, 2020, Öl auf Leinwand, bei der Galerie Ursula Stross aus Graz, fletscht bedrohlich die Zähne und scheint eine gute Portion Monster hinter ihrer Rosa Fassade zu verstecken.

Galerie Trapp

Nur auf den ersten Blick fröhlich bunt, ist der Comic-Zauber in Michaela Konrads ”Can This Be Tomorrow? (Tomorrow)”, 2017/2018, einer Offset-Lithographie, 60 x 42,6 cm groß. Inspiriert wurde sie zu dieser, von der Salzburger Galerie Trapp präsentierten, Arbeit, die Teil einer Serie ist, von Fantasten wie Aldous Huxley, George Orwell oder Phillip K. Dick. Die Künstlerin kreiert darin eine vergangene Vision aktueller Ereignisse. Konrads Stil orientiert sich an der Pop-Art und der Ästhetik amerikanischer Comic-Kunst der 1950er und 60er Jahre. Plakative Farben und die für Comics typischen schwarzen Umrisslinien prägen diese Arbeiten. “Far more real than reality“ steht auf dem Blatt, das mit der entsprechenden App gescannt auch in Augmented Reality, also in virtueller Dreidimensionalität, zu erleben ist.

Lilly’s Art

Wer hätte das gedacht: In den 1980er Jahren ergriff Disneys Goofy das “Soccer-Fever“ und auch Mickey Mouse hat man schon trippeln gesehen. Um den wohl beliebtesten Breitensport kommt wohl keiner herum. Auch der im heurigen März im Alter von 86 Jahren verstorbene, österreichische Bildhauer Oskar Höfinger nicht. Bei ihm ist das Leder allerdings eckig. Denn nur ein paar Kuben hat der im öffentlichen wie im privaten Bereich erfolgreiche Bildhauer benötigt, um 1997 einen dynamischen Stürmer aus patinierter Bronze entstehen zu lassen. Mit Lilly Setzer und Kristian Scheed verband ihn eine mehr als 35-jährige Freundschaft. Ihm ist daher eine Einzel-Ausstellung bei Lilly’s Art gewidmet, mit der sein Schaffen bei der ART VIENNA in der Orangerie sowie im angrenzenden ART VIENNA GARDEN präsentiert wird.
 

 

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